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Fragen und Antworten

Was bedeuten die Begriffe wie Colitis, Proktitis, Enteritis, Ileocolitis usw. ?

 

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Die bei all diesen Begriffen vorkommende Endung -itis sagt aus, dass eine Entzündung vorliegt. Die erste Silbe sagt dagegen etwas über den Ort der Entzündung aus. Bei einer Colitis liegt also eine Entzündung im Dickdarm vor, bei einer Proktitis findet sich ddie Entzündung im Bereich des Mastdarms und Afters und bei der Enteritis ist der gesamte Darm befallen. Die Ileokolotis bezeichnet die Entzündung vom letzten Stück des Dünndarms und dem Dickdarm. Eventuell werden die Begriffe mit K statt C geschrieben (Kolitis).

Sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa selten ?

In Deutschland wird die Zahl der Erkrankten auf 200.000 bis 400.000 geschätzt. Genaue Zahlen sind nicht zu erhalten. Pro 100.000 Einwohner treten pro Jahr 5-6 Neuerkrankungen auf (in Deutschland also etwa 4000 pro Jahr. Die Zahl dieser Erkrankungen ist in den Industrieländern weitgehend gleich, in Entwicklungsländern liegt sie deutlich darunter. Das kann an unterschiedlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten liegen, kann aber auch dadurch bedingt sein, dass die Diagnostikmöglichkeiten für die Bevölkerungsmehrheit in den Entwicklungsländern bei weitem schlechter sind.

Sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ansteckend ?

Nein.

Sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vererblich ?

Ja und nein. Die Anlage zur Entwicklung dieser Erkrankung kann vererbet werden, aber nur 2,5 % der Kinder von Eltern mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn erkranken selbst daran.

Wird eine chronisch entzündliche Erkrankung psychisch ausgelöst ?

Nein. Es handelt sich eindeutig um eine Entzündung, bei der immunologische Prozesse eine Rolle spielen. Wegen der Unsicherheit der Lebensumstände bei Patienten mit diesen Erkrankungen treten jedoch mehr Stressprobleme auf, die wiederum die Erkrankung verschlimmern können (auf den Darm schlagen). Die Betreuung durch einen Psychiater oder Psychosomatiker kann jedoch in Einzelfällen helfen, diese Verschlimmerungen wieder abzubauen.

Hat eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit Reizdarm zu tun ?

Nein. Ein Reizdarmsyndrom ist einer psychosomatischen Behandlung gut zugänglich und läßt bei einer Koloskopie auch keine Veränderungen am Darm erkennen, wie sie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa typisch sind.

Treten chronisch entzündliche Darmerkrankungen auch bei Kindern und Jugendlichen auf ?

Bis 25 % der Erkrankten sind unter 16 Jahre alt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kommt es häufig zu sehr schweren Verlaufsformen der Erkrankung, die eine intensive und aufwendige Behandlung notwendig machen.

Ist das Sexleben eingeschränkt und was ist bei Kinderwunsch zu beachten ?

Das Sexleben ist normalerweise nicht eingeschränkt, die Fruchtbarkeit wird ebenfalls nicht beeinflusst. Bei Kinderwunsch sollte mit dem behandelnden Arzt und dem Gynäkologen der Zeitpunkt besprochen werden, da bei erhöhter Krankheitsaktivität eine Schwangerschaft kontraprodukiv sein sein. Während der Einnahme von immunmodulierenden Medikamenten sollte eine Befruchtung und Schwangerschaft werden.

Was ist bei der Empfängnisverhütung wichtig ?

Die “Pille” kann bei einer beschleunigten Darmpassage in den Phasen der erhöhten Krankheitsaktivität unter Umständen keine Wirkung haben. Mit dem Gynäkologen zusammen sollte für diese Phasen oder generell eine alternative Möglichkeit der Empfängnisverhütung gesucht werden.

Wie sollte man sich mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung ernähren ?

Für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gibt es keine allgemeinen Ernährungsrichtlinien , außer die Empfehlung zur abwechslungsreichen vollwertigen Kost. Auch und gerade in Phasen verstärkter Aktivität ist die Nahrungs- und damit Energieaufnahme wichtig. Bei einem Befall des Dickdarms geht vor allem Wasser verloren (dünner Stuhl), so dass in diesem Fall vermehrt Flüssigkeit zugeführt werden muss. Unter Umständen muss in Phasen der hohen Aktivität der Erkrankung mittels ballaststoffarmen, energiereichen Nahrungsmitteln (Astronautenkost) ernährt werden, um den Darm zu entlasten. Als letztes Mittel dient die parenterale Ernährung (über eine Infusion in eine Vene), die die notwendige Ernährung sicherstellen kann. Die pareneterale Ernährung sollte so schnell wie möglich in eine normale Ernährung über den Darm umgestellt werden und nur so kurzwie möglich dauern.

Wo finde ich Ansprechpartner ?

Der erste Ansprechpartner sollte Ihr Hausarzt sein, der Sie zu geeigneten Spezialisten schicken wird. Alternativ wenden Sie sich im Notfall an das nächste geeignete Krankenhaus (die großen Kliniken unterhalten im Regelfalle eine Colitis/Crohn-Sprechstunde). Adressen spezielisierter Ärzte erhalten Sie auch bei den unter Links aufgeführten Vereinen.

 

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