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Unter Inkontinenz versteht man die Undichtigkeit eines Sphinktersystems (Harnblasensphinkter, Anus) für die jeweiligen
Sekrete. Die anale Inkontinenz ist also die gestörte Fähigkeit, Darminhalt zurückzuhalten.
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Zur Inkontinenz kann es auf verschiedene Weise kommen. Die größte Rolle spielen nervale Läsionen, die sich im Gehirn und
Rückenmark (zentrale Störung) oder in den Nervenfasern, die zu den Sphinktern ziehen (periphere Störung) befinden können. Außerdem können Verbindungen der Reservoire (Blase, Mastdarm) zur Umgebung (Haut,
Harnröhre, Scheide), sogenannte Fisteln, zur Undichtigkeit führen. Seltener findet sich die Ursache der Inkontinenz in einer Zerstörung der abdichtenden Muskulatur. Recht häufig
ist eine Inkontinenz auf Grund der Absenkung des Beckenbodens im Zuge einer Beckenbodeninsuffizienz.
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muskuläres Defizit
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sensorisches Defizit
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Gefügestörung des Beckenbodens
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Analerkrankungen
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Überforderung des intakten Kontinenzapparates
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Die anale Inkontinenz wird nach der Unfähigkeit für das Halten von Luft, flüssigem Stuhl und festem Stuhl sowie der
Häufigkeit der unwillkürlichen Stuhlabgänge in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Ein Patientenfragebogen zur Vorbereitung der Vorstellung beim Arzt kann hier abgerufen werden.
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Einteilung (Cleveland Clinic Incontinence Score)
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Gas
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Flüssiger Stuhl
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Fester Stuhl
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Vorlagenwechsel
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Gelegentlich
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1
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4
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7
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1
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mehr als 1x/Woche
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2
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5
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8
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2
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Täglich
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3
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6
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9
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3
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Summe der Punkte für gasförmig, flüssig, fest und Vorlage:
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0
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1-7
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8-14
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15-20
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21
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perfekte Kontinenz
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gute Kontinenz
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moderate Inkontinenz
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schwere Inkontinenz
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totale Inkontinenz
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Mit zunehmendem Alter wird die anale Inkontinenz häufiger. Die Ursache ist hier meist in einer Regulationsstörung
innerhalb der versorgenden Nerven zu finden. Bei Operationen und Verletzungen im Beckenbereich kann es zu Zerstörungen der Sphinktermuskulatur kommen, die in der Unfähigkeit des Analverschlusses münden.
Zusätzlich können hier Defekte auftreten, die nicht komplett ausheilen und eine Fistel verursachen. Auch chronische Entzündungen (Morbus Crohn, Abszesse) können zu einer Fistel führen und so eine Inkontinenz verursachen.
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Die Inkontinenzdiagnostik ist ausgesprochen komplex, da mehrere Faktoren (sensorische, nervale und muskuläre Funktion,
pathologische Veränderungen der Schleimhaut, psychogene Ursachen) berücksichtigt werden müssen. Die Untersuchungen sind aufwendig und umfassen ein breites Spektrum von klinischer Untersuchung (Inspektion
und Austastung der Analregion, Rektoskopie), bildgebender Untersuchung (Ultraschall, endoskopischer Ultraschall, Magnetresonanztomographie, Röntgen des Mastdarms mit Kontrastmittel) und
Funktionsuntersuchung (Manometrie, Defäkographie, Elektromyographie). Erschwerend kommt zur komplexen Diagnostik die oft ungenaue Angabe der Betroffenen über die eigentliche
Inkontinenz dazu. Deshalb sollte ein Stuhltagebuch geführt werden. Sie können das Stuhltagebuch hier herunterladen und frei verwenden.
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Wichtig ist eine Verhaltensumstellung zur Behandlung. Der Stuhlgang sollte möglichst täglich zur selben Zeit erfolgen.
Außerdem sollten bestimmte Speisen gemieden werden.
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Im Falle von Fisteln kann eine spontane Ausheilung nach dem Sanieren der Entzündung abgewartet werden. Hierzu wird für die Dauer von 3 bis 6 Monaten ein künstlicher Darmausgang angelegt, der nach Abheilung der Fistel oder 3 Monate nach operativer Sanierung wieder zurückverlegt wird. In seltenen Fällen wird die Fistel sofort komplett entfernt.
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Bei neurogener Störung kann, falls eine Restaktivität der Nerven besteht, das Training der Sphinkter- und
Beckenbodenmuskulatur mit mechanischen oder elektrischen Hilfsmitteln durchgeführt werden (Biofeedback-Therapie).
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Bei Störungen, die aus einem Defekt der Sphinktermuskulatur herrühren, kann die Rekonstruktion des Muskels versucht
werden. Häufig bildet sich eine Inkontinenz nach analen Eingriffen im Lauf der Zeit zurück. Falls die Zerstörung so hochgradig ist, dass keine Naht der Muskulatur durchgeführt werden kann, ist die
Ersatzplastik der Analmuskulatur möglich. Dieses sehr aufwendige Verfahren kann jedoch nur in einigen hochspezialisierten Kliniken durchgeführt werden und hat eine Versagerquote von ca. 50%. In einigen
Fällen ist auch die Implantation eines aufblasbaren Ringes möglich, der die Funktion des Sphinkters übernimmt. Die Steuerung dieses Ringes wird durch einen Ballon im Schambereich vorgenommen.
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In allen Fällen der analen Inkontinenz, in denen die o.g. Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, sollte das Anlegen eines
endgültigen künstlichen Darmausgangs überlegt werden.
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Ein Stufenschema zur Diagnostik der analen Inkontinenz wurde zusammengefasst veröffentlicht.
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Inhalt in Broschüre
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kolo-proktologie.de - Krankheiten des Analbereichs
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