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aktualisiert
18.03.2001

Polypen

Polypen (Adenome) sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die im Dick- und Mastdarm häufig sind. Da die Polypen wachsen, können sie bei genügend langem Wachstum das Darmlumen einengen. Zusätzlich können sich im Zeitraum von Jahren in den Polypen enzelne bösartige Zellen entwickeln, die sich im weiteren vermehren und zu Karzinomen der Darmschleimhaut führen. Dass diese Verschiebung von gutartigen Polypen zu bösartigen Tumoren auftreten kann, ist seit längerem bekannt. Hier kommt es durch verschiedene Mutationen in einer oder mehreren Zellen zur Veränderung der Wachstums- und Vermehrungsregulation, so dass ein ungehemmte und rücksichtslose Ausbreitung resultiert. In einigen wemigen Familien liegt bereits eine Mutation vor, diese Menschen bilden in ihrem Darm hunderte von Polypen, so dass das Risiko, darin ein Karzinom zu entwickeln, sehr gross ist.

Da die meisten der Polypen klein sind, sind keine Symptome zu erwarten. Nur bei grösseren Adenomen kann es zu Blutungen oder auch sehr selten zu einem Darmverschluss kommen.

polyp1

Beim Bemerken von Blutauflagerungen auf dem Stuhl sollte ein gastroenterologisch tätiger Arzt aufgesucht werden, der mittels Darmspiegelung Veränderungen im Dick- und Mastdarm erkennen und durch eine Probeentnahme auch zweifelsfrei die Art der Veränderung klären wird. Falls möglich, werden die Polypen in der gleichen Untersuchung komplett entfernt. Bei massenhaftem Auftreten von Polypen und gleichzeitigem Vorliegen eines Karzinoms sollte eine komplette Entfernung des Dick-/Mastdarms erwogen werden.

Da aus Polypen Karzinome entstehen können, ist eine koloskopische Vorsorgeuntersuchung ab dem Alter von 45 Jahren sinnvoll. Patienten mit einer familiären Polyposis, die sich nicht zu einer kompletten Entfernung des Dick-/Mastdarms entschließen können, sollten häufig (1x/Jahr) untersucht werden. Bei allen anderen reicht nach der kompletten Abtragung aller Polypen ohne Nachweis bösartiger Zellen die Kontrolle in 3 bis 5 Jahren.

In den letzten Jahren haben sich die Hinweise auf die schützende Wirkung von Acetylsalicylsäure verdichtet. Durch die Einnahme dieses Medikamentes entstanden weniger Polypen als bei Menschen, die dieses Medikament nicht genommen haben. Das Ergebniss dieser Studie wurde in einer renommierten Fachzeitschrift publiziert. Allerdings ist die langandauernde Einnahme dieses Medikamentes nicht problemlos. Ein Arzt sollte auf jeden Fall dazu befragt werden.

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